Weltwirtschaft im Aufschwung

MSI-Report – Rückblick auf die Schifffahrtsmärkte in Q4 2009

Dass Schiff nicht gleich Schiff ist, wird in der Presse oft unterschlagen. Während zum Beispiel die Containermärkte in den letzten Monaten erste Erholungssignale geben, haben die üblicherweise deutlich schwankungsfreudigeren Raten für Massengutfrachter vor über einem Jahr ihren Tiefpunkt gesehen.

Um Ihnen einen qualifizierten Überblick über die wichtigsten Schiffssegmente zu geben, schicke ich Ihnen auf Wunsch den aktuellen MSI-Marktreport gern zu.

Einige relevante Textauszüge:

  • Die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren für Europa zeigen insgesamt ein recht positives Bild. Das BIP in der Eurozone ist im 3. Quartal 2009 um 1,7 % gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex für Produktion und Dienstleistung in der Eurozone lag ebenfalls konstant über der 50-Punkte-Marke, was ein seit Oktober 2009 anhaltendes Wachstum kennzeichnet.
  • Das positive Wachstum des Containerumschlags zum Ende des 3. Quartals 2009 hat sich im Großen und Ganzen im letzten Quartal des Jahres trotz eines schwachen Oktobers bestätigt.
  • Die unerwartet starke Nachfrage durch ein zeitiges chinesisches Neujahrsfest führte zu einer gewissen Stabilität der Charterraten für kleine Feederschiffe und kleine Panamax-Schiffe.
  • In den letzten drei Monaten des Jahres 2009 wurden keine Containerschiffe von irgendeiner Größenklasse in Auftrag gegeben.
  • Im 4. Quartal des Jahres 2009 begann auf der Nordhalbkugel die Saison mit dem höchsten Kohlebedarf. Dies übte Druck auf Exporte aus australischen Häfen aus, die Schwierigkeiten hatten, die Nachfrage zu decken. In der Dalrymple Bay konnten Schienenbetreiber nicht genügend Güter befördern, wodurch es zu Verzögerungen bei den Schiffen kam.
  • Im Dezember bestellte das griechische Almi Tanker im Auftrag eines unbekannten wirtschaftlichen Eigentümers bei Daewoo 10 Suezmax-Schiffe für angeblich insgesamt 650 Mio. USD. Dieser überraschende Kauf erhöhte den 2009 bestellten Frachtraum um mehr als das Doppelte auf 3,8 Mio. dwt.
  • In seiner jüngsten Prognose berichtet der IWF über ein zu erwartendes Wirtschaftswachstum für China von jetzt 10% und für 2011 mit 9,7%. Für die Vereinigten Staaten wird mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7% in diesem Jahr und von 2,4% im Kommenden gerechnet.
  • Erfreulich sind auch die prognostizierten Werte für den Welthandel. Diese werden wie folgt ausgewiesen: 2009: -12,3% ; 2010 mit +5,8% und 2011 mit + 6,3%.
  • Neben diesen Prognosen stimmen auch die eingeleiteten Gegenmaßnahmen der Linienreeder zu bestehenden Überkapazitäten optimistisch und tragen zu einer Erholung der Frachtraten und damit zu ihren Einnahmen bei.
  • Slow-Streaming beispielsweise verringert den Brennstoffverbrauch eines Panmax-Schiffes der 4.000 TEU Klasse pro Tag um ca. 60 Tonnen, was bei heutigen Bunkerkosten eine Ersparnis von ca. USD 27.000 pro Tag ergibt.
  • Diese und andere Maßnahmen sorgen im Chartermarkt für eine erhöhte Nachfrage von Tonnage seitens der Linienreedereien und lassen die heute existierenden Überkapazitäten abschmelzen.
  • Eine Erholung der Containerschifffahrt hat nach meiner Meinung bei den Linienreedern nachhaltig eingesetzt und mit den prognostizierten Werten zum Welthandel sollte diese Entwicklung auch mit einem Zeitversatz bei den Trampreedern wieder zu guten Charterraten führen.
  • Wir stehen also am Anfang eines Aufschwungs in der Schifffahrt, was mich an das Zitat von Martin Stopford aus dem letzten Jahr erinnert: „Der 22. Schifffahrtskrise seit 1749 folgt sicher auch der 23. Aufschwung“.
  • Für Rückfragen stehe ich Ihnen immer gern zur Verfügung.

 

Pdf - FondsMedia Shipping Award 2010


Men

Callback-Service